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Aus eins mach fünf!: Die Möglichkeiten der Verbbildung im Türkischen

Das Verbsystem im Türkischen hat ganz andere Möglichkeiten als das Verbsystem des Deutschen. Eine der vielen Möglichkeiten sollen Sie hier kennenlernen: Wir zeigen Ihnen in diesem Kapitel, wie man aus einem Verb fünf machen kann! - Und das ganz ohne Zauberei!

Sie können im Türkischen durch Anhängen eines Suffixes an den Stamm des Verbs diesem Verb eine weitere, neue Bedeutung geben. So können Sie zum Beispiel aus der finiten Form eines Verbs (z.B. waschen) eine reflexive Form (sich waschen) generieren. Auf diese Weise (durch Anhängen eines Suffixes) können Sie neben der finiten Verbform wie sie im Wörterbuch zu finden ist, vier weitere Formen gewinnen.

Ehe wir Ihnen aber zeigen können, welche Formen das sind und wie man sie bildet, müssen wir den folgenden Kapiteln ein wenig vorgreifen und erklären, wie man die Stammform eines türkischen Verbs finden kann. Verben im Türkischen enden im Infinitiv auf -mek bzw. -mak. Wenn man diese Infinitivendung wegstreicht, so findet man die Stammform eines Verbs – den sogenannten Verbstamm. Und diesen kann man dann durch das Anhängen anderer Suffixe ergänzen.


Die Reflexivform eines Verbs:

Man kann aus einem türkischen Verb dessen reflexive Form gewinnen, indem man an den Verbstamm das Suffix -in anfügt. Wenn man nun dahinter wieder die Infinitivendung anschließt, so hat man wieder eine Grundform – dieses Mal die Grundform eines Verbs in einer reflexiven Bedeutung. Indem ein Sprecher ein solches reflexives Verb verwendet, beschreibt er eine Handlung oder einen Vorgang, die bzw. der sich auf ihn selbst bezieht.

Die Faustregel zur Bildung eines Verbs mit einer reflexiven Bedeutung lautet also:

Verbstamm + - in + Infinitivendung

Und hier finden Sie gleich ein Beispiel:

BEISPIEL für ein reflexives Verb im Türkischen:

yıkamak

waschen

yıkanmak*

sich waschen

* Wie so oft im Türkischen müssen Sie auch beim Einfügen dieses Suffixes einige Regeln der Lautbildung des Türkischen beachten. Wenn der Verbstamm auf einen Vokal endet, so wird statt -in nur ein -n eingesetzt.

Ganz allgemein müssen Sie beachten, dass das Einfügen des Suffix -in bei Verbstämmen auf einen Konsonanten der großen Vokalharmonie folgt.


Die Passivform eines Verbs:

Des Weiteren bildet man das Passiv im Türkischen über eine Form, der ein Suffix eingefügt wird. Man hängt, um die Passivform eines Verbs zu erhalten, einfach die Endung -il an die Stammform an. Beim Anhängen dieser Endung muss man die Regeln der großen Vokalharmonie beachten.

Wenn man nun wieder die Infinitivendung anfügt, so erhält man den Infinitiv Passiv eines Verbs. Als Faustregel hierzu können Sie sich also merken:

Verbstamm + -il + Infinitivendung

Beispiele hierzu sind:

BEISPIELE für passive Verben im Türkischen:

içmek

trinken

ilmek

getrunken werden

kazanmak

gewinnen

kazanılmak

gewonnen werden

öpmek

küssen

öpülmek

geküsst werden

bilmek

wissen

bilinmek**

gewusst werden

yıkamak

waschen

yıkanmak*

gewaschen werden

* Wie so oft im Türkischen müssen Sie auch beim Einfügen dieses Suffixes einige Regeln der Lautbildung des Türkischen beachten. Wenn der Verbstamm auf einen Vokal endet, so wird statt -il nur ein -n eingesetzt. Achtung! Hier sind die Formen des reflexiven und des passiven Verbs identisch! Sie müssen beim Übersetzen solcher Verben etwas aufpassen, aber in der Regel kann man die Bedeutung des Verbs aus dem Kontext des Satzes erschließen.

** Wenn der Stamm eines Verbs auf -l endet, so wird nicht -il angefügt, sondern -in. Hier muss man beim Übersetzen aufpassen, ob es sich um eine reflexive oder eine passive Form eines Verbs handelt. Dies ist aber in der Regel aus dem Kontext des Satzes ohne Probleme zu erschließen.


Die Reziprokform eines Verbs:

Eine dritte Handlungsform des Verbs kann man herleiten, wenn man an den Verbstamm - anhängt. Über dieses Verfahren erhält man die sogenannte Reziprokform eines Verbs. Über diese Form wird ein wechselseitiger Bezug zum Ausdruck gebracht. Ins Deutsche können solche Verben mit einander, gegenseitig oder gegeneinander als Zusatz übertragen werden. Als Faustregel zur Konstruktion reziproker Verben können Sie sich also merken:

Verbstamm + -iş + Infinitivendung

Und hier finden Sie gleich einige Beispiele:

BEISPIELE für reziproke Verben im Türkischen:

öpmek

küssen

öpüşmek

einander küssen

sevmek

lieben

sevmek

einander lieben

selamlamak

begrüßen

selamlaşmak*

sich gegenseitig begrüßen

* Wie so oft im Türkischen müssen Sie auch beim Einfügen dieses Suffixes einige Regeln der Lautbildung des Türkischen beachten. Wenn der Stamm des Verbs auf einen Vokal endet, so wird statt - nur -ş eingefügt.


Die Kausativform eines Verbs:

Die vierte Möglichkeit, die Bedeutung eines Verbs zu verändern, ist eine sogenannte kausative Form zu bilden. Bei dieser Wortbedeutung veranlasst der Sprecher den Zuhörer dazu etwas zu tun. Um eine Kausativform zu erzeugen, fügt man -dir an den Verbstamm. Als Faustregel können Sie sich also merken:

Verbstamm + -dir/dır + Infinitivendung

Hier zeigen wir Ihnen anhand konkreter Beispiel, was man unter einem kausativen Verb versteht:

BEISPIELE für kausative Verben im Türkischen:

yapmak

machen

yaptırmak

machen lassen

akmak

fließen

aktırmak

fließen lassen

yazmak

schreiben

yazdırmak

schreiben lassen

Hier finden Sie zum Abschluss noch eine Übersicht über die Möglichkeiten des Türkischen, unterschiedliche Handlungsformen eines Verbs zum Ausdruck zu bringen. Bitte beachten Sie auch, dass alle eingefügten Suffixe der großen Vokalharmonie folgen!

Übersicht über mögliche Erweiterungen des Verbstamms

Stammform

+

-in-

+

-mek/-mak

Reflexivform

Stammform

+

-il-

+

-mek/-mak

Passivform

Stammform

+

-iş-

+

-mek/-mak

Reziprokform

Stammform

+

-dir-

+

-mek/-mak

Kausativform

In diesem Kapitel haben Sie Möglichkeiten kennengelernt, wie man die Bedeutung eines Verbs ausdifferenzieren kann. Mit diesen Verfahren der Wortbildung werden Sie Ihren Verb- bzw. Wortschatz schnell erweitern können.

Die türkischen Verben bieten aber noch weit mehr Mittel und Wege sie zu verändern und ihre Bedeutung zu verändern. Mehr darüber erfahren Sie zum Beispiel im einführenden Kapitel über die Modi des Türkischen.


 

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