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Die sechs Fälle im Türkischen

Im Türkischen gibt es – anders als im Deutschen – sechs Fälle. Diese sind: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Lokativ und Ablativ. Alle Fälle im Türkischen werden gebildet, indem man ein Suffix (das den jeweiligen Fall kennzeichnet) an die Grundform des Substantivs anhängt. Diese sogenannte Grundform eines Substantivs ist der Nominativ. Diese Form finden Sie in jedem Wörterbuch und natürlich auch in allen Vokabellisten Ihres Sprachkurses. In diesem Sinne zählt man in der türkischen Grammatik den Nominativ eigentlich nicht als eigenen Fall, sondern man führt ihn als die Grundform eines Substantivs ein.

In den folgenden Kapiteln stellen wir Ihnen immer zuerst die Bildung eines jeden Falles der türkischen Sprache und dann seinen Gebrauch im Satz vor.

Hier in diesem Kapitel finden Sie eine erste, hilfreiche Übersicht über die Fälle im Türkischen. Sie finden in nachfolgender Tabelle eine Auflistung der angefügten Suffixendungen und eine weitere Hilfe, nämlich das Fragewort, wie man nach dem entsprechenden Fall fragt. Sie kennen das vielleicht noch aus Ihrem Deutsch-Unterricht. Nach dem Nominativ fragt man mit wer oder was?, nach den Genitiv fragt man mit wessen? und so weiter. Gleiches wird Ihnen bestimmt auch beim Türkisch-Lernen hilfreich sein.

Die sechs Fälle im Türkischen

Fall:

Suffix

Wie fragt man nach diesem Fall?

Nominativ

kein Suffix, da Grundform

Kim? (dt.: Wer?) / Ne? (dt.: Was?)

Genitiv

-(n)in/ -(n)ün/ -(n)ın/ -(n)un

Kimin? (dt.: Wessen?) / Neyin (dt.: Von was?)

Dativ

-(y)e/ -(y)a

Kime? (Wem?) / Nereye? (Wohin?)

Akkusativ

-(y)i/ -(y)ü/ -(y)ı/ -(y)u

Kimi? (Wen?) / Ne? (was?)

Lokativ

-de/-da

Kimde? (Bei wem?) / Nerede? (Wo?)

Ablativ

-den/-dan

Kimden? (Von wem?) / Nereden? (Woher?)

Bei den Fällen im Türkischen müssen Sie sich beim Anhängen der Suffixendung nach der Vokalharmonie des Türkischen richten. Sie finden hier eine Übersicht, welche Art der Vokalharmonie bei welchem Fall greift:

Welche Art der Vokalharmonie greift bei welchem Fall?

Fall:

Suffix

Vokalharmonie

Nominativ

kein Suffix, da Grundform


Genitiv

-(n)in/ -(n)ün/ -(n)ın/ -(n)un

große Vokalharmonie

Dativ

-(y)e/ -(y)a

kleine Vokalharmonie

Akkusativ

-(y)i/ -(y)ü/ -(y)ı/ -(y)u

große Vokalharmonie

Lokativ

-de/-da

kleine Vokalharmonie

Ablativ

-den/-dan

kleine Vokalharmonie

Sie sehen also: Von der großen Vokalharmonie betroffen sind der Genitiv und der Akkusativ. Bei allen übrigen Fällen greift die kleine Vokalharmonie.

Des Weiteren gelten für das Anfügen der Suffixe des jeweiligen Falles die Regeln des Konsonantenwandels. Das Prinzip, das hinter diesen lautlichen Veränderungen steckt, ist, dass man dem türkischen Sprachgefühl folgend nicht stimmhafte und stimmlose Konsonanten aufeinander folgend sprechen kann. Aus diesem Grund muss die lautliche Umgebung angepasst werden. Die Regeln können Sie entweder als Übersicht im Kapitel zum Konsonantenwandel nachschlagen oder auch im jeweiligen Kapitel wiederholen.

Beim Anfügen einer Suffixendung sollten Sie aber noch zwei große Regeln kennen:

1. Bei der Deklination von Eigennamen wird die Suffixendung mit einem Apostroph abgetrennt. Wir zeigen Ihnen an dieser Stelle, wie man den türkischen Vornamen Emre (auf deutsch bedeutet der Name der Freund) dekliniert.

BEISPIELE
für die Deklination von Eigennamen:

Nominativ

Emre

Genitiv

Emrenin

Dativ

Emreye

Akkusativ

Emreyi

Lokativ

Emrede

Ablativ

Emreden

2. Und wie dekliniert man Substantive im Plural? Substantive, die im Plural stehen, werden dekliniert, indem man das Suffix des Falles einfach an die Pluralendung hinten anfügt. Wir zeigen Ihnen, wie man das für das Beispiel die Kinder (çocuklar) machen würde.

BEISPIELE
für die Deklination von Substantiven im Plural:

Nominativ

çocuklar

Genitiv

çocukların

Dativ

çocuklara

Akkusativ

çocukları

Lokativ

çocuklarda

Ablativ

çocuklardan

Gehen Sie nun weiter zum Kapitel über den Nominativ.
 


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