Die
tschechische Sprache, čeština genannt, wird heute
von etwa 10 Millionen Menschen in der Republik Tschechien als
Muttersprache gesprochen. Hinzu kommen einige hunderttausend
Menschen, die infolge politischer Entwicklungen emigrierten. Nach dem
Zweiten Weltkrieg und der eingehenden Sowjetbindung, insbesondere
aber nach dem Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes im Jahr
1968 verließen zahlreiche Tschechen das Land und suchten eine
neue Heimat in den USA, in Kanada, aber auch in Deutschland und
Österreich, sowie in einer Vielzahl anderer Länder. Nach
dem Ende des Kalten Krieges und seit der tschechischen Mitgliedschaft
in der Europäischen Union fielen zahlreiche Reisebeschränkungen
und erneut verließen zahlreiche Tschechen das Land, um im
Ausland zu leben, zu arbeiten oder zu studieren. Derzeit sprechen
weltweit etwa zwei Millionen Menschen, die nicht in der Tschechischen
Republik leben, Tschechisch als Muttersprache. Vielleicht kennen Sie
auch persönlich Menschen, die Tschechisch als Muttersprache oder
Zweitsprache sprechen, die in Ihrer Firma arbeiten, die in Ihrer
Nachbarschaft wohnen oder mit denen Sie befreundet sind. In der
Bundesrepublik Deutschland leben derzeit rund 30000 tschechische
Staatsangehörige, hinzu kommen jene Menschen, die über
einen deutschen Pass verfügen, Tschechisch allerdings zur
Muttersprache haben.
Und
schließlich noch zwei wissenswerte Details: Seit dem 1.Mai 2004
(dem Beginn der tschechischen EU-Mitgliedschaft) ist Tschechisch eine
der offiziellen Amtssprachen der Europäischen Union.
Und:
Diejenige Wissenschaft, die sich mit der tschechischen Sprache, mit
der Geschichte der tschechischen Nation und Kultur beschäftigt,
nennt sich Bohemistik. "Bohemia" ist übrigens die
traditionelle lateinische Bezeichnung für das Königreich
Böhmen, den (überlieferten) Ausgangspunkt der tschechischen
Geschichte
Sie
möchten erfahren, wie die Aussprache im
Tschechischen funktioniert? Im nächsten Kapitel
erklären wir Ihnen das Wichtigste hierzu.