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Petar küsst Ana. - Der erweiterte Satz im Kroatischen

Im vorangegangenen Kapitel haben Sie gelernt, dass einfache (zweigliedrige) Sätze im Kroatischen dieser Regel folgen:

Subjekt – Prädikat.

Nun wollen wir diese Regel systematisch für Aussagesätze erweitern:

Zunächst erweitern wir unseren einfachen Satz um ein Objekt.
Ein Objekt ist eine Satzergänzung, auf die sich das Prädikat, also die Aussage eines Satzes bezieht.

Die grundlegende Regel zum kroatischen Satzbau lautet nun:
Subjekt – Prädikat – Objekt.

Und solch einen kroatischen Satz schauen wir uns nun gleich als Beispiel an:

Wer? Subjekt (im Nominativ) Prädikat Wen oder was? Objekt (im Akkusativ)
Ja volim te
Ich liebe dich

 
Bitte beachten Sie:
Das Personalpronomen wird im Kroatischen auch oft auch weggelassen. Auf Kroatisch sagt man meistens „Volim te“.

Das Objekt eines Satzes kann ein direktes Objekt oder ein indirektes Objekt sein.

Der erweiterte Satz mit einem direkten Objekt

Das direkte Objekt ist eng mit dem Prädikat des Satzes verbunden. Im Deutschen, wie im Kroatischen, steht das direkte Objekt eines Satzes im Akkusativ.

Mit der Frage „Wen oder was?“ findet man das direkte Objekt eines Satzes.

Mit „Koga?“ (dt. Wen?) fragt man nach belebten Substantiven; mit „Što?“ (dt. Was?) fragt man nach unbelebten Substantiven.

Die Regel zur Satzstellung im Kroatischen lautet:

Subjekt (wer?/ im Nominativ) – Prädikatdirektes Objekt (wen oder was?/ im Akkusativ).

Am besten erklären wir das nun an konkreten Beispielen.
Bitte beachten Sie vor allem bei diesen beiden Beispielsätzen, in welchem Fall welches Satzglied steht.

Wer? Subjekt (im Nom.) Prädikat Wen oder was? Objekt (im Akk.)
Marko ljubi Anu
Marko küsst Ana
Ana ljubi Marka
Ana küsst Marko

Ihnen wird anhand der Fallendung eindeutig klar, wer hier wen küsst.
Auch wenn man die Satzglieder umstellen würde und sagt „Anu ljubi Marko“ (Ana wird von Marko geküsst) , geht die Bedeutung nicht verloren

Weitere Beispiele helfen Ihnen, das Problem nochmals zu durchdenken:

Wer? Subjekt (im Nom.) Prädikat Wen oder was? Objekt (im Akk.)
Petar čita knjigu
Petar liest ein Buch
Petar čita uzbudljivu knjigu
Petar liest ein spannendes Buch
Ana posjećuje djeda
Ana besucht den Großvater
Ana posjećuje svojeg djeda
Ana besucht ihren Großvater

Der erweiterte Satz mit einem indirekten Objekt

Neben einem direkten Objekt können Sätze im Kroatischen auch noch ein zweites, indirektes Objekt aufnehmen.

Das indirekte Objekt steht dabei vor dem direkten Objekt.
Das ist wie im Deutschen auch. Allerdings sollte Sie unbedingt im Hinterkopf behalten, dass die Stellung der Satzglieder im Kroatischen viel freier ist als im Deutschen. Es ist auch nicht falsch zuerst das direkte Objekt und dann das indirekte Objekt zu nennen.

Die Tätigkeit des Subjekts eines Satzes bezieht sich auf das indirekte Objekt. Dieses steht im Dativ und wird deshalb oft auch Dativobjekt genannt.

Das indirekte Objekt eines Satzes findet man mit der Frage „Wem?“.

Mit „Kome?“ (dt. Wem?) fragt man nach belebten Substantiven; mit „Čemu?“ (dt. Was?) fragt man nach unbelebten Substantiven.

Nun können wir die eben gelernte Regel zur Satzstellung um ein indirektes Objekt erweitern:

Subjekt (wer?/ im Nominativ) – Prädikat – indirektes Objekt (wem?/ im Dativ) – direktes Objekt (wen oder was?/ im Akkusativ).

Wir zeigen Ihnen nun Beispielsätze mit einem indirekten und einem direkten Objekt:

Wer? Subjekt (im Nom.) Prädikat Wem? indirektes Objekt (im Dat.) Wen oder was? direktes Objekt (im Akk.)
Petar kupuje majci buket cvijeća
Petar kauft der Mutter einen Blumenstrauß
Ana piše svome ocu pismo
Ana schreibt ihrem Vater einen Brief
Majka daje djetetu igračku
Die Mutter gibt dem Kind das Spielzeug

 
Bitte beachten Sie:
In diesem Kapitel können wir Ihnen leider nur grobe Anhaltspunkte zum Satzbau im Kroatischen geben.
Die Stellung der einzelnen Satzglieder ist eigentlich recht frei und kann stark variieren.

Grund hierfür ist, dass Kroatisch eine stark flektierende Sprache ist. Man kann die einzelnen Teile eines Satzes gut anhand des Falls erkennen, in dem die Substantive stehen: Das Subjekt eines Satzes erkennt man daran, dass es im Nominativ steht. Das direkte Objekt ist durch den Akkusativ gekennzeichnet und ein indirektes Objekt steht im Dativ.

Wenn Sie sich aber an das Schema halten, das Sie in diesem Kapitel gelernt haben, können Sie korrekte Sätze bilden, die von jedem Muttersprachler problemlos verstanden werden.

Das nächste Kapitel zeigt Ihnen, wie die Verneinung eines Satzes im Kroatischen gebildet wird.


 

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